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DAZN EverPass Analyse: Sport-Streaming zieht in Bars ein
Kernaussagen
- Verfolgen Sie kommerzielle Rechte getrennt von Verbraucherrechten, da sie Zugang zu Veranstaltungsorten und Preissetzungsmacht schaffen können.
- Achten Sie auf Aktientausche, nicht nur auf den Kaufpreis, da Investmentarme von Ligen am Aufwärtspotenzial beteiligt sein können.
- Für Entwickler erfordert Streaming in Veranstaltungsorten Rechte, Vertriebspartner und zuverlässigen Service, nicht nur eine App.
Die Übernahme macht die kommerziellen Rechte an NFL Sunday Ticket und den Zugang zu Veranstaltungsorten zu einem Wachstumskanal in den USA.
Eine Sportbar kauft Sport nicht so, wie ein Fan eine App kauft. Sie kauft genug Sicherheit dafür, dass das Spiel läuft, das Bild stabil bleibt und der Raum weiter bestellt. Bei DAZNs Plan, EverPass Media zu übernehmen, geht es eigentlich um diesen weniger glamourösen Kunden. Der private Abonnent bekommt die Werbekampagne; das Geschäftskonto bekommt vielleicht den robusteren Business Case.
Was DAZN außer einem Unternehmen kauft
Deadline-Reporterin Jill Goldsmith berichtete, dass DAZN EverPass Media übernimmt, ein drei Jahre altes Medientechnologie-Unternehmen, das von RedBird Capital und dem strategischen Investmentarm der NFL, 32 Equity, gegründet wurde. Laut Deadline hilft EverPass dabei, Live-Sport und Events in Bars, Restaurants, Hotels und andere gewerbliche Veranstaltungsorte zu bringen.
Das ist eine andere Aufgabe, als einem einzelnen Fan einen einzelnen Login zu verkaufen. Es ist Distribution als Betriebsaufgabe, nicht nur Distribution als Download-Button.
EverPass besitzt laut Deadline die exklusiven gewerblichen Vertriebsrechte für NFL Sunday Ticket, einschließlich jedes live übertragenen NFL-Sonntagnachmittagsspiels der regulären Saison, das außerhalb des lokalen Marktes stattfindet. Goldsmith berichtete außerdem, dass EverPass im vergangenen Monat einen neuen Vertrag mit DirecTV geschlossen hat, um Sunday Ticket per Satellit und Streaming zu verbreiten.
Das ist wichtig, weil gewerbliches Sportschauen weiterhin in Räumen funktionieren muss, in denen der Bildschirm geteilt wird, das Publikum wechselt und Ausfallzeit kein Support-Ticket ist. Es ist ein Barkeeper, der erklären muss, warum das große Spiel weg ist.
Deal-Struktur: Preis verborgen, Potenzial sichtbar
Der Kaufpreis wurde laut Deadline nicht offengelegt. Die interessantere offengelegte Bedingung ist nicht Bargeld, sondern Ausrichtung: Goldsmith berichtete, dass RedBird, 32 Equity und der frühe EverPass-Investor TKO Group Minderheitsgesellschafter von DAZN werden.
Auch Alex Weprin von The Hollywood Reporter beschrieb die Transaktion als DAZNs größten Vorstoß in den US-Markt und als wichtigen Schritt in den gewerblichen Bereich der Sportmedien. Im Sportgeschäft sind Adjektive kostenlos; in der Gesellschafterstruktur sitzen die Anreize.
Jacob Feldman von Sportico berichtete, dass DAZNs Übernahme von EverPass bedeutet, dass der Investmentarm der NFL Minderheitseigentümer eines weiteren Medienunternehmens wird. Feldman merkte außerdem an, dass die NFL Anfang dieses Jahres 10 % an ESPN im Austausch für viele ihrer Medienwerte erhalten hat, während die Fusion von Skydance Media mit Paramount Global der NFL einen Minderheitsanteil an diesem Geschäft verschaffte, zu dem auch CBS gehört.
Einfach gesagt: Die Liga lizenziert nicht nur Spiele und hofft, dass die Schecks eingelöst werden. Sie nimmt Anteile an den Distributoren, die mitgestalten können, wo diese Spiele gesehen werden.
Warum Bars für Streaming-Plattformen wichtig sind
Ministry of Sport stellte den Deal als Schritt dar, um DAZNs Expansion auf dem US-Markt zu beschleunigen und eine gewerbliche Sparte zu starten. Diese Sprache kann ordentlich klingen, aber die Geschäftslogik ist konkret. Direct-to-Consumer-Sportstreaming verlangt Fans immer häufiger ab, mehr Apps, mehr Zugangsdaten und mehr Pakete zu verwalten.
Gewerbliche Distribution stellt eine andere Frage: Wer kontrolliert den Weg zum Bildschirm, wenn ein Bildschirm einer Menge dient?
Die Berichterstattung von Deadline zeigt, warum EverPass eine nützliche Antwort ist. Seine Rechte liegen auf der gewerblichen Seite von NFL Sunday Ticket, und zu seinen Kunden gehören Orte, an denen Sport nicht nur Inhalt ist, sondern Bestand für einen Abend außer Haus. Für DAZN kann das den US-Vorstoß weniger abhängig davon machen, jeden einzelnen Fan davon zu überzeugen, ein weiteres Abo abzuschließen. Für Ligen erhält es einen bezahlten Kanal in Orte, an denen Fan-Sein sozial, laut und von jemand anderem als dem App Store monetarisiert wird.
Worauf man als Nächstes achten sollte
Die klarste Unbekannte bleibt die Höhe des Kaufpreises, da Deadline berichtete, dass finanzielle Details nicht offengelegt wurden. Die nützlichen Signale sind jetzt eher operativ: ob DAZN EverPass über Sunday Ticket hinaus ausbaut, ob mehr Rechteinhaber gewerbliche Pakete von Privatkundenpaketen trennen und ob Veranstaltungsorte eine verlässliche hybride Auslieferung über Satellit und Streaming bekommen.
Die von Deadline berichtete Vertriebsrolle von DirecTV erinnert daran, dass die Zukunft des Sportstreamings möglicherweise weiterhin alte Leitungen braucht, wenn der Raum voll ist.
Für Entwickler und Gründer lautet die Lektion: Sportmedien-Infrastruktur dreht sich nicht nur um schönere Benutzeroberflächen für Verbraucher. Authentifizierung, Rechtefenster, Abrechnung, Venue-Support und Partnervertrieb können zu verteidigungsfähigen Schichten werden, wenn sie neben wertvollen Spielen sitzen. Für Athleten-Investoren und Teambesitzer ist dieser Deal außerdem ein nützlicher Filter: Fragt, wer die Rechte besitzt, wer die Kundenbeziehung besitzt und wer Eigenkapital erhält, wenn Distribution zur Strategie wird.
Das nächste Schlachtfeld im Sportstreaming sieht vielleicht weniger wie ein Wohnzimmer aus und mehr wie eine Barrechnung.